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Die 9 Moskauer Bahnhöfe [Von hier geht’s durchs ganze Land]

Erfahre jetzt alles zu den 9 großen Moskauer Bahnhöfen im Detail und welchen Bereich von Russland die jeweiligen Bahnhöfe bedienen.

Na, planst du eine Reise nach oder durch Russland? Super! Moskau ist nicht nur das Herz des Landes, sondern auch der mit Abstand wichtigste Verkehrsknotenpunkt. Und das Herz dieses Knotenpunkts sind seine neun großen Fernbahnhöfe. Stell sie dir wie Tore vor, die dich in jede Ecke dieses riesigen, faszinierenden Landes bringen – von der Ostsee bis zum Pazifik, vom Polarkreis bis zum Schwarzen Meer. Jeder Bahnhof hat seine eigene Geschichte, seine eigene Architektur und seine ganz eigenen Ziele. Es ist, als würde man neun verschiedene kleine Welten an einem Tag entdecken.

Ich kenne diese Bahnhöfe wie meine Westentasche und möchte dir heute meine besten Tipps und Insights geben. Vergiss trockene Fakten, ich erzähle dir, was du wirklich wissen musst, um dich zurechtzufinden und deine Reise von Anfang an zu genießen. Also, packen wir's an!

Der Komsomolskaja-Platz: Das pulsierende Herz des Schienenverkehrs

Wenn du in Moskau von Bahnhöfen sprichst, kommst du am Komsomolskaja-Platz, auch bekannt als der „Platz der drei Bahnhöfe“, nicht vorbei. Hier stehen gleich drei der wichtigsten und prächtigsten Bahnhöfe der Stadt direkt nebeneinander. Die Atmosphäre hier ist elektrisierend – ein ständiges Kommen und Gehen, ein Schmelztiegel der Kulturen aus allen Teilen Russlands und darüber hinaus. Die Metrostation Komsomolskaja, die diese drei Giganten verbindet, ist übrigens eine der schönsten der ganzen Stadt. Ein absolutes Muss, auch wenn du gar nicht mit dem Zug fährst!

Leningrader Bahnhof (Leningradski Woksal)

Der Leningrader Bahnhof ist der älteste Bahnhof Moskaus, eröffnet im Jahr 1851. Er ist dein Tor in den Nordwesten Russlands. Wenn du nach Sankt Petersburg willst, bist du hier goldrichtig. Die berühmten „Sapsan“-Hochgeschwindigkeitszüge starten hier und bringen dich in unter vier Stunden in die Zarenstadt. Eine Fahrt kostet je nach Buchungszeitpunkt und Klasse zwischen 2.500 und 6.000 Rubel. Aber auch andere wunderschöne Städte wie Weliki Nowgorod, Pskow, Murmansk am Polarkreis oder sogar die finnische Hauptstadt Helsinki erreichst du von hier.

Mein Tipp: Der Bahnhof wurde von Konstantin Thon entworfen, demselben Architekten, der auch den Großen Kremlpalast und die Christ-Erlöser-Kathedrale entworfen hat. Sein Gegenstück, der Moskauer Bahnhof in Sankt Petersburg, ist eine exakte Kopie. Achte auf die klassizistische Fassade und das prunkvolle Innere. Im Vergleich zu seinen Nachbarn wirkt er fast schon bescheiden, aber lass dich nicht täuschen – hier herrscht reger Betrieb!

  • **Adresse:** Komsomolskaja-Platz 3
  • **Metro:** Komsomolskaja (Linien 1 und 5)

Jaroslawler Bahnhof (Jaroslawski Woksal)

Direkt gegenüber dem Leningrader Bahnhof findest du den Jaroslawler Bahnhof. Und dieser Bahnhof ist eine Legende. Warum? Weil hier die weltberühmte Transsibirische Eisenbahn beginnt! Ja, genau hier startet die längste Eisenbahnstrecke der Welt, die dich über 9.288 Kilometer bis nach Wladiwostok am Pazifik führt. Eine Reise, die eine Woche dauert und ein einmaliges Abenteuer ist.

Aber auch wenn du nicht gleich den ganzen Kontinent durchqueren willst, ist der Jaroslawler Bahnhof dein Startpunkt für Reisen entlang des Goldenen Rings (Sergijew Possad, Jaroslawl, Kostroma), in den russischen Norden nach Archangelsk oder in den Ural und nach Sibirien (Jekaterinburg, Nowosibirsk, Irkutsk am Baikalsee). Die Architektur ist ein Traum im neorussischen Stil, entworfen von Fjodor Schechtel. Er sieht aus wie ein Märchenschloss aus dem alten Russland.

Mein Tipp: Nimm dir Zeit, die Fassade zu bewundern. Sie ist voller kleiner Details und Anspielungen auf die nordrussische Baukunst. Im Inneren findest du riesige Wandgemälde, die die Landschaften entlang der Bahnstrecken darstellen. Ein perfekter Ort, um vom großen Abenteuer zu träumen.

  • **Adresse:** Komsomolskaja-Platz 5
  • **Metro:** Komsomolskaja (Linien 1 und 5)

Kasaner Bahnhof (Kasanski Woksal)

Der dritte im Bunde am Komsomolskaja-Platz ist der Kasaner Bahnhof. Architektonisch ist er vielleicht der auffälligste von allen. Sein Architekt, Alexei Schtschussew (der auch das Lenin-Mausoleum entworfen hat), hat hier Elemente der altrussischen Baukunst mit tatarischen Motiven vermischt. Der markante Turm ist eine Anspielung auf den Söyembikä-Turm im Kasaner Kreml.

Von hier aus geht es in den Osten und Südosten Russlands. Die Hauptziele sind Kasan, die Hauptstadt der Republik Tatarstan, und andere Städte an der Wolga wie Nischni Nowgorod (obwohl die meisten Züge dorthin jetzt vom Kursker Bahnhof abfahren) und Samara. Aber auch Züge in den Süden nach Rostow am Don, Sotschi am Schwarzen Meer und in den Nordkaukasus starten hier. Sogar internationale Verbindungen nach Zentralasien, zum Beispiel nach Taschkent (Usbekistan) oder Almaty (Kasachstan), findest du hier.

Mein Tipp: Im Kasaner Bahnhof gibt es einen luxuriösen Wartesaal für VIP-Gäste, der oft auch für normale Reisende gegen eine Gebühr zugänglich ist. Wenn du eine lange Wartezeit hast, kann sich das lohnen. Er ist wunderschön dekoriert und eine Oase der Ruhe im geschäftigen Treiben.

  • **Adresse:** Komsomolskaja-Platz 2
  • **Metro:** Komsomolskaja (Linien 1 und 5)

Die Westlichen Tore: Verbindungen nach Europa

Diese Bahnhöfe sind historisch gesehen die wichtigsten Verbindungen Russlands nach West- und Mitteleuropa. Auch wenn sich die politischen Zeiten geändert haben, spürt man hier immer noch einen Hauch von internationalem Flair.

Belarussischer Bahnhof (Belorusski Woksal)

Der Belarussische Bahnhof ist ein Ort mit großer historischer Bedeutung. Von hier aus fuhren die Soldaten an die Front im Zweiten Weltkrieg, und hier wurden sie auch wieder empfangen. Das Lied „Der Heilige Krieg“ wurde hier zum ersten Mal aufgeführt. Eine Gedenktafel erinnert daran.

Heute ist er das Tor nach Westen. Züge nach Minsk (Belarus), Warschau (Polen), Prag (Tschechien) und sogar Paris (Frankreich) starten hier. Der berühmte „Aeroexpress“-Zug zum internationalen Flughafen Scheremetjewo (SVO) fährt ebenfalls von hier ab – die schnellste und zuverlässigste Verbindung zum wichtigsten Flughafen der Stadt (ca. 45 Minuten, ca. 500 Rubel).

Mein Tipp: Der Bahnhof liegt direkt an der Twerskaja-Straße, einer der Hauptmagistralen Moskaus. Ein kurzer Spaziergang führt dich ins Zentrum. Die Architektur ist eine Mischung aus Neoklassizismus und Empire-Stil, sehr elegant und repräsentativ.

  • **Adresse:** Ploschtschad Twerskaja Sastawa 7
  • **Metro:** Belorusskaja (Linien 2 und 5)

Kiewer Bahnhof (Kiewski Woksal)

Der Kiewer Bahnhof, am Ufer der Moskwa gelegen, ist ein weiteres architektonisches Meisterwerk. Erbaut zum 100. Jahrestag von Napoleons Niederlage, ist er ein Symbol des russischen Triumphs. Die riesige Bogenhalle aus Stahl und Glas war damals eine technische Sensation.

Wie der Name schon sagt, war dies traditionell der Ausgangspunkt für Reisen in die Ukraine und nach Kiew. Heute sind die Hauptverbindungen inner-russisch und führen in den Südwesten, zum Beispiel nach Brjansk und Kaluga. Der Aeroexpress zum internationalen Flughafen Wnukowo (VKO) startet ebenfalls hier.

Mein Tipp: Direkt neben dem Bahnhof befindet sich das riesige Einkaufszentrum „Jewropeiski“ (Europäisch). Perfekt, um vor der Abfahrt noch ein paar Besorgungen zu machen oder etwas zu essen. Vom Platz vor dem Bahnhof hast du außerdem einen tollen Blick auf die Moskwa und die Skyline von Moscow City.

  • **Adresse:** Ploschtschad Kiewskowo Woksala 1
  • **Metro:** Kiewskaja (Linien 3, 4 und 5)

Rigaer Bahnhof (Rischski Woksal)

Der Rigaer Bahnhof ist einer der kleinsten und ruhigsten der neun Brüder. Er wurde für die Verbindung nach Riga (Lettland) gebaut. Heute gibt es von hier aus nur noch wenige Fernverbindungen, hauptsächlich Vorortzüge (Elektritschkas) in den Nordwesten der Moskauer Oblast. Das Highlight ist jedoch das Eisenbahnmuseum, das direkt nebenan auf den alten Gleisen untergebracht ist. Hier kannst du historische Dampf- und Dieselloks aus der Zaren- und Sowjetzeit bestaunen. Ein Muss für jeden Eisenbahnfan!

  • **Adresse:** Rischskaja Ploschtschad 2
  • **Metro:** Rischskaja (Linie 6)

Die Südlichen und Östlichen Verbindungen

Diese beiden Bahnhöfe decken den Süden und einen Teil des Ostens ab und sind wichtige Knotenpunkte für den Binnenverkehr.

Kursker Bahnhof (Kurski Woksal)

Der Kursker Bahnhof ist ein Unikat. Anders als die meisten anderen ist er kein Kopfbahnhof, sondern ein Durchgangsbahnhof. Er hat zwei Hauptrichtungen: die Gorkier Richtung nach Osten (Nischni Nowgorod, Wladimir) und die Kursker Richtung nach Süden (Kursk, Belgorod, Adler/Sotschi am Schwarzen Meer). Das macht ihn zu einem der verkehrsreichsten Bahnhöfe Moskaus. Die modernen Hochgeschwindigkeitszüge „Strisch“ und „Lastotschka“ nach Nischni Nowgorod fahren von hier ab (ca. 4 Stunden, ab 1.500 Rubel).

Das heutige Bahnhofsgebäude ist ein modernistischer Bau aus den 1970er Jahren mit einer riesigen Glasfassade. Es ist vielleicht nicht so klassisch schön wie die anderen, aber funktional und riesig.

Mein Tipp: Aufgrund seiner Größe und der vielen Ebenen kann der Kursker Bahnhof etwas unübersichtlich sein. Plane also genug Zeit ein, um dein Gleis zu finden. Die Anzeigetafeln sind aber gut und meist auch auf Englisch.

  • **Adresse:** Semljanoi Wal 29
  • **Metro:** Kurskaja (Linien 3 und 5), Tschkalowskaja (Linie 10)

Pawelezer Bahnhof (Pawelezki Woksal)

Der Pawelezer Bahnhof bedient Ziele südlich und südöstlich von Moskau, hauptsächlich entlang der Wolga-Region, wie Saratow und Wolgograd. Seine berühmteste Verbindung ist jedoch der Aeroexpress zum internationalen Flughafen Domodedowo (DME). Wenn du also von dort fliegst, ist das dein Bahnhof.

Der Bahnhof hat eine bewegte Geschichte. Hier kam 1924 der Sarg mit dem Leichnam Lenins aus Gorki an. Das heutige Gebäude wurde in den 1980er Jahren umfassend modernisiert, hat aber seine historische Fassade behalten. Im Inneren befindet sich ein kleines Museum, das der Ankunft von Lenins Leichnam gewidmet ist.

  • **Adresse:** Pawelezkaja Ploschtschad 1
  • **Metro:** Pawelezkaja (Linien 2 und 5)

Der Geheimtipp im Norden

Sawjolowoer Bahnhof (Sawjolowski Woksal)

Der Sawjolowoer Bahnhof ist der einzige Moskauer Fernbahnhof, der ausschließlich den Nahverkehr bedient. Von hier aus gibt es keine Fernzüge. Die Elektritschkas fahren in den Norden der Moskauer Oblast, zu Städten wie Dmitrow und Dubna. Für die meisten Touristen ist er daher eher uninteressant, es sei denn, du planst einen Ausflug ins Moskauer Umland. Er ist klein, überschaubar und hat nichts von der Hektik der großen Brüder.

  • **Adresse:** Ploschtschad Sawjolowskowo Woksala 2
  • **Metro:** Sawjolowskaja (Linie 9)

Praktische Tipps für deine Reise

  • **Tickets kaufen:** Du kannst Tickets online auf der offiziellen Website der Russischen Eisenbahnen (RZD) oder über deren App kaufen. Das ist der einfachste Weg. Alternativ geht das natürlich auch am Schalter oder an den Automaten im Bahnhof. Sei aber auf lange Schlangen vorbereitet.
  • **Sicherheit:** Wie an allen großen Bahnhöfen der Welt solltest du auf deine Wertsachen achten. Es gibt viel Polizei und Sicherheitspersonal, aber Taschendiebe gibt es leider überall.
  • **Gepäckaufbewahrung:** Alle großen Bahnhöfe haben Schließfächer (avtomatitscheskije kamery chranenija) oder eine Gepäckaufbewahrung (kamera chranenija). Die Preise liegen bei ca. 500-800 Rubel für 24 Stunden.
  • **Verpflegung:** In allen Bahnhöfen findest du von Fast-Food-Ketten bis zu kleinen Cafés und Bäckereien alles, was das Herz begehrt. Die Preise sind moderat.

Ich hoffe, dieser kleine Führer durch die Moskauer Bahnhofswelt hilft dir bei deiner Reiseplanung. Jeder dieser Orte ist ein Stück russische Geschichte und der Beginn eines neuen Abenteuers. Wohin wird deine nächste Reise gehen?

Häufig gestellte Fragen

Das kommt ganz darauf an, wohin du möchtest! Wenn du nach St. Petersburg reist, ist der **Leningrader Bahnhof** dein Ziel. Für die Transsibirische Eisenbahn und den Goldenen Ring musst du zum **Jaroslawler Bahnhof**. Beide liegen direkt nebeneinander am Komsomolskaja-Platz, zusammen mit dem **Kasaner Bahnhof**. Die meisten Touristen werden also einen dieser drei Bahnhöfe ansteuern. Für die Aeroexpress-Züge zu den Flughäfen sind der **Belarussische** (nach Scheremetjewo), **Kiewer** (nach Wnukowo) und **Pawelezer** (nach Domodedowo) Bahnhof entscheidend.
Ganz klar mit dem **Aeroexpress**! Das sind spezielle Flughafenzüge, die die drei großen internationalen Flughäfen (Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo) nonstop mit dem Stadtzentrum verbinden. Sie fahren alle 30-60 Minuten und umgehen jeden Stau. Vom Flughafen Scheremetjewo (SVO) fährst du zum Belarussischen Bahnhof, von Domodedowo (DME) zum Pawelezer Bahnhof und von Wnukowo (VKO) zum Kiewer Bahnhof. Die Fahrt dauert je nach Strecke 35-50 Minuten und ist die zuverlässigste Option.
Ja, absolut! An allen großen Fernbahnhöfen in Moskau gibt es moderne Schließfächer (avtomatitscheskije kamery chranenija) und oft auch eine bemannte Gepäckaufbewahrung (kamera chranenija). Die Schließfächer sind einfach per PIN-Code oder Karte zu bedienen und sehr sicher. Die Kosten liegen je nach Größe des Fachs bei etwa 500-800 Rubel für 24 Stunden. So kannst du die Stadt unbeschwert erkunden, auch wenn du nur auf der Durchreise bist.
Das größte Eisenbahnabenteuer der Welt, die Transsibirische Eisenbahn, startet am **Jaroslawler Bahnhof** in Moskau! Dieser wunderschöne Bahnhof am Komsomolskaja-Platz ist der offizielle Kilometer Null der Strecke nach Wladiwostok. Wenn du vor dem Bahnhof stehst und auf die Anzeigetafel mit den exotischen Zielen wie Jekaterinburg, Irkutsk oder Peking schaust, packt dich sofort das Fernweh. Ein magischer Ort!
Definitiv! Besonders die drei Bahnhöfe am Komsomolskaja-Platz – der Leningrader, der Jaroslawler und der Kasaner Bahnhof – sind architektonische Meisterwerke. Der Jaroslawler Bahnhof sieht aus wie ein russisches Märchenschloss, der Kasaner erinnert an tatarische Paläste und der Leningrader ist ein elegantes klassizistisches Gebäude. Auch der Kiewer Bahnhof mit seiner riesigen Bogenhalle ist sehr beeindruckend. Nimm dir unbedingt etwas Zeit, die Gebäude nicht nur als Verkehrsmittel, sondern auch als Kunstwerke zu betrachten.

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