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Kronstadt bei Sankt Petersburg [Sehenswürdigkeiten & Infos]

Erfahre jetzt alles zur Geschichte von Kronstadt bei Sankt Petersburg und lerne die schönsten Sehenswürdigkeiten (inkl. Anfahrt) näher kennen!

Na, hast du schon alles in Sankt Petersburg gesehen? Die Eremitage, den Peterhof, die Isaakskathedrale? Wenn du denkst, du kennst die Region schon in- und auswendig, dann habe ich heute einen echten Geheimtipp für dich, der dich umhauen wird. Wie wäre es mit einem Ausflug nach Kronstadt? Vielleicht hast du den Namen schon mal gehört, aber ich wette, du hast keine Ahnung, was für ein Juwel sich nur eine kurze Fahrt von der Metropole entfernt verbirgt. Ich nehme dich heute mit auf eine Reise in eine Stadt, die wie keine andere die Seele der russischen Marine atmet – eine Festungsinsel voller Geschichte, grandioser Bauten und einer ganz besonderen Atmosphäre. Pack deine Neugier ein, denn wir entdecken zusammen Kronstadt!

Eine Reise in die Vergangenheit: Die Geschichte von Kronstadt

Bevor wir uns die Sehenswürdigkeiten ansehen, lass uns einen kurzen Blick in die Geschichtsbücher werfen. Denn um Kronstadt wirklich zu verstehen, musst du seine Vergangenheit kennen. Die ist nämlich untrennbar mit der Gründung von Sankt Petersburg und dem Aufstieg Russlands zur Seemacht verbunden. Es war kein Geringerer als Zar Peter der Große persönlich, der Anfang des 18. Jahrhunderts den strategischen Wert der Insel Kotlin im Finnischen Meerbusen erkannte. Er brauchte einen uneinnehmbaren Schutzschild für seine neue Hauptstadt – und genau das wurde Kronstadt.

Die Geburt einer Festung

Stell dir vor, wie hier 1704 die ersten Festungsanlagen aus dem Wasser gestampft wurden, allen voran das berühmte Fort „Kronschlot“. Die Stadt wurde zum Hauptquartier der Baltischen Flotte und zu einem Symbol der russischen Militärmacht. Von hier aus starteten berühmte Entdecker zu ihren Weltumsegelungen, und die Werften von Kronstadt waren berühmt für ihre robusten Schiffe. Über die Jahrhunderte entstand ein ganzes System aus massiven Forts, die die Insel und die Fahrrinne nach Sankt Petersburg wie ein stählerner Ring umgaben. Viele dieser beeindruckenden, teils verfallenen Anlagen kannst du heute noch sehen – stumme Zeugen einer glorreichen und oft auch blutigen Vergangenheit.

Der Kronstädter Matrosenaufstand

Doch Kronstadt war nicht nur ein Ort von imperialer Macht, sondern auch von Rebellion. Die Matrosen von Kronstadt galten als besonders revolutionär und spielten schon 1917 eine wichtige Rolle bei der Oktoberrevolution. Nur wenige Jahre später, im März 1921, richteten sie ihre Waffen jedoch gegen die neuen bolschewistischen Herrscher. Sie forderten „Sowjets ohne Kommunisten“, freie Wahlen und ein Ende der Unterdrückung. Dieser als „Kronstädter Matrosenaufstand“ in die Geschichte eingegangene Aufstand wurde von der Roten Armee unter Leo Trotzki brutal niedergeschlagen. Es ist ein düsteres, aber ungemein wichtiges Kapitel der russischen Geschichte, das der Stadt eine zusätzliche, nachdenkliche Tiefe verleiht.

Lange Zeit war Kronstadt als Militärstadt für die Öffentlichkeit und erst recht für ausländische Touristen komplett gesperrt. Erst seit 1996 kann man diesen faszinierenden Ort wieder frei besuchen. Und genau das solltest du tun!

Dein Weg nach Kronstadt: So kommst du hin

Die Anreise von Sankt Petersburg ist unkompliziert und schon ein kleines Abenteuer für sich. Du hast im Grunde zwei gute Möglichkeiten: den Bus oder das Schiff. Ich persönlich liebe ja die Fahrt über das Wasser, aber auch der Bus hat seine Vorteile.

Mit dem Bus über den Damm

Die günstigste und flexibelste Variante ist der Bus. Die Linie 101 fährt von der Metro-Station „Staraja Derewnja“ (Старая Деревня) ab. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, je nach Verkehrslage. Das Highlight dieser Route ist die Fahrt über den riesigen Petersburger Damm, ein beeindruckendes Bauwerk, das die Insel Kotlin mit dem Festland verbindet. Du fährst kilometerweit über das offene Meer, vorbei an den alten Forts – ein toller erster Eindruck! Eine Fahrt kostet dich nur etwa 80-100 Rubel (ca. 1 Euro). Alternativ gibt es auch die Minibusse, die sogenannten Marschrutkas (z.B. die K-405 von der Metro-Station „Tschornaja Retschka“ oder die K-407 von „Prospekt Prosweschtschenija“), die etwas schneller, aber auch voller sein können.

Mit dem Tragflächenboot übers Meer

Wenn du das Erlebnis maximieren willst, nimm im Sommer unbedingt ein „Meteor“-Tragflächenboot! Diese starten direkt im Zentrum von Sankt Petersburg, zum Beispiel an den Anlegern bei der Eremitage oder bei der Peter-und-Paul-Festung. Die Fahrt ist ein echtes Spektakel, wenn das Boot über die Wellen der Newa und des Finnischen Meerbusens gleitet. In etwa 45 Minuten bist du da und genießt dabei eine fantastische Aussicht auf die Skyline von Sankt Petersburg und die Küstenlinie. Der Preis ist natürlich höher und liegt bei etwa 800-1000 Rubel pro Strecke, aber es ist jeden Rubel wert. Informiere dich am besten vorab online über die genauen Abfahrtszeiten und Preise, da diese saisonal schwanken können.

Die Top-Sehenswürdigkeiten in Kronstadt

Endlich da! Was gibt es nun zu entdecken? Kronstadt ist überschaubar und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Die Atmosphäre ist entspannt, fast kleinstädtisch, aber an jeder Ecke spürt man die große Geschichte. Hier sind meine absoluten Highlights, die du nicht verpassen darfst.

Die Marinekathedrale des Heiligen Nikolaus: Ein Meisterwerk

Schon von Weitem siehst du ihre goldene Kuppel in der Sonne glänzen: Die Marinekathedrale ist das unbestrittene Herzstück von Kronstadt und eine der beeindruckendsten Kirchen, die ich je gesehen habe. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Hauptkirche der russischen Marine erbaut und ist allen gefallenen Seeleuten gewidmet. Wenn du davorstehst, wirst du aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Die neobyzantinische Architektur, die weißen Mauern und die goldenen Verzierungen sind einfach atemberaubend.

Aber warte, bis du hineingehst! Das Innere ist eine Explosion aus Mosaiken, Marmor und Licht. Der riesige Innenraum, die Gedenktafeln aus schwarzem Marmor mit den Namen der gefallenen Seeleute in Goldlettern und die maritimen Symbole überall schaffen eine unglaublich feierliche und ergreifende Atmosphäre. Nimm dir Zeit, setz dich in eine der Bänke und lass diesen Ort einfach auf dich wirken. Der Eintritt ist frei, aber Spenden sind natürlich willkommen. Die Kathedrale ist in der Regel täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Der Ankerplatz und der Kronstädter Pegel

Direkt vor der Kathedrale liegt der riesige Ankerplatz, der zentrale Platz der Stadt. Hier finden Paraden statt und hier spürst du den militärischen Herzschlag von Kronstadt. Von hier aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zum Ufer und zu einer weiteren Besonderheit: dem Kronstädter Pegel. Das klingt jetzt vielleicht unspektakulär, ist aber eine kleine wissenschaftliche Sensation. An dieser unscheinbaren Brücke befindet sich der Nullpunkt, von dem aus die Höhen und Tiefen in ganz Osteuropa gemessen werden. Ein kleines Denkmal daneben erklärt die Geschichte. Ein perfekter Ort für ein Erinnerungsfoto!

Ein Spaziergang durch den Petrovsky Park

Lust auf etwas Grün? Dann ab in den Petrovsky Park, der direkt am Hafen liegt. Hier steht ein Denkmal für den Stadtgründer Peter den Großen, der streng über den Hafen wacht. Der Park ist ein wunderbarer Ort, um zu entspannen, den Schiffen zuzusehen und die frische Meeresbrise zu genießen. Im Sommer findest du hier oft kleine Cafés, wo du dir ein Eis oder ein kühles Getränk gönnen kannst. Von hier aus siehst du auch die Kriegsschiffe der Baltischen Flotte, die im Hafen vor Anker liegen – ein imposanter Anblick!

Die alten Forts: Stumme Wächter der See

Ein Besuch in Kronstadt wäre nicht komplett ohne einen Blick auf die berühmten Forts. Einige von ihnen, wie das Fort Konstantin, sind heute über den Damm erreichbar und können besichtigt werden. Hier kannst du durch alte Kasematten streifen und dir vorstellen, wie die Soldaten hier einst die Küste verteidigten. Andere Forts liegen malerisch verfallen auf kleinen künstlichen Inseln im Meer. Im Sommer werden Bootstouren angeboten, die dich zu diesen faszinierenden „Lost Places“ bringen. Besonders das Fort Alexander I., wegen seiner Nutzung als Pest-Forschungslabor auch „Pest-Fort“ genannt, ist ein mystischer und unheimlich fotogener Ort.

Praktische Tipps für deinen perfekten Tag

Damit bei deinem Ausflug nichts schiefgeht, habe ich noch ein paar persönliche Tipps für dich. Plane für deinen Besuch in Kronstadt mindestens einen halben, besser einen ganzen Tag ein. Es gibt so viel zu entdecken, und es wäre schade, wenn du hetzen müsstest. Zieh bequeme Schuhe an, denn du wirst viel laufen!

Was das Essen angeht, so findest du in Kronstadt eine gute Auswahl an Cafés und Restaurants. Erwarte keine Haute Cuisine, aber ehrliche, leckere russische Hausmannskost. Ich kann dir empfehlen, in einem der kleinen Lokale in der Nähe des Ankerplatzes Pelmeni oder Borschtsch zu probieren. Die Preise sind deutlich günstiger als im Zentrum von Sankt Petersburg. Für ein gutes Mittagessen zahlst du selten mehr als 500-700 Rubel.

Vergiss nicht, Bargeld mitzunehmen. Auch wenn viele Orte inzwischen Karten akzeptieren, ist es in kleineren Läden oder für die Marschrutka immer gut, ein paar Rubel in der Tasche zu haben.

Mein Fazit: Kronstadt ist ein Muss!

Ich hoffe, ich konnte dich für dieses besondere Fleckchen Erde begeistern. Kronstadt ist für mich mehr als nur ein weiterer Tagesausflug. Es ist eine Zeitreise, ein tiefes Eintauchen in die russische Seele und Geschichte. Die Mischung aus imperialer Pracht, sowjetischer Härte und der rauen Schönheit der Ostsee ist einfach einzigartig. Wenn du also das nächste Mal in Sankt Petersburg bist, trau dich und verlasse die ausgetretenen Touristenpfade. Du wirst es nicht bereuen, versprochen!

Häufig gestellte Fragen

Du hast zwei tolle Möglichkeiten! Entweder nimmst du den Bus, zum Beispiel die Linie 101 von der Metro-Station "Staraja Derewnja". Das ist günstig und du fährst über den beeindruckenden Damm. Oder, wenn du es etwas spektakulärer magst, nimm im Sommer ein Tragflächenboot, ein "Meteor". Das startet im Zentrum von Sankt Petersburg und die Fahrt über die Newa und den Finnischen Meerbusen ist ein echtes Erlebnis!
Das ist ganz klar die Marinekathedrale des Heiligen Nikolaus! Dieses riesige, wunderschöne Bauwerk ist das Herz der Stadt. Schon von Weitem siehst du die goldene Kuppel. Innen ist sie unglaublich prachtvoll mit Mosaiken und Marmor. Sie ist allen gefallenen Seeleuten gewidmet und hat eine ganz besondere, feierliche Atmosphäre. Ein absolutes Muss!
Auf jeden Fall! Wenn du in Sankt Petersburg bist und mal etwas anderes als die typischen Paläste sehen willst, ist Kronstadt perfekt. Die Stadt hat eine einzigartige Mischung aus Militärgeschichte, beeindruckender Architektur und einer entspannten Insel-Atmosphäre. Plane am besten einen ganzen Tag ein, damit du alles in Ruhe erkunden kannst. Es ist eine Reise in eine andere Welt, nur eine kurze Fahrt von der Großstadt entfernt.
Ja, das geht! Einige der Forts, wie das Fort Konstantin, sind über den Damm erreichbar und für Besucher geöffnet. Dort kannst du die alten Festungsanlagen erkunden. Für die Forts, die auf Inseln im Meer liegen, gibt es im Sommer spezielle Bootstouren. Das ist super spannend, weil viele davon ziemlich verfallen und mystisch sind, besonders das berühmte "Pest-Fort" Alexander I.

Dieser Artikel gehört zur Kategorie Sankt Petersburg. Entdecke weitere spannende Berichte und Tipps auf Russland Erleben.

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